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Selektive Trophäenjagd in Namibia
Die Jagd in Namibia findet schon seit Jahrtausenden statt, wie wir es von den Felsgravuren sehen können. 1962 haben einige Farmer ein Projekt ins Leben gerufen, welches sich über die Jahre zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig entwickelt hat. Die Trophäenjagd stellt heute eine effektive Form der Land- und Naturnutzung dar.
1974 wurde der Berufsjagdverband (NAPHA) gegründet, mit inzwischen mehr als 400 Mitgliedern. Namibias Jagdangebot ist nahezu unbegrenzt - abenteuerliche Zeltcamps, gepflegte Jagd- und Gästefarmen, komfortable Safaricamps in den staatlichen Konzessionsgebieten sind nur einige der vielen Möglichkeiten, die auf Sie warten.
Die letzten 30 Jahre der Trophäenjagd in Namibia, sowie die Erfahrungen anderer Länder im südlichen Afrika in diesem Zusammenhang haben bewiesen, daß das Prinzip der nachhaltigen Nutzung von elementarer Bedeutung für die Erhaltung des biologischen Gleichgewichts ist, und daß dieses Prinzip auch auf wildlebende Tiere ausgedehnt werden sollte. Es ist die einzige Möglichkeit, praktischen Naturschutz effektiv zu betreiben, und von solcher Bedeutung, daß es sogar im Grundgesetz unseres jungen demokratischen Staates verankert ist.
Einige europäische und amerikanische Tierschutzgruppen stehen unter dem Eindruck, daß ein Verbot der Jagd die „letzte Rettung“ der Tierwelt sei. Doch wir hier in Afrika, Jäger und Naturschützer, sind durch langjährige Erfahrungen und auf Grund der Ergebnisse durchgeführter wissenschaftlicher Untersuchungen davon überzeugt, daß gerade die Jagd einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung der Wildbestände leistet. Nur dann, wenn das Wild einen ökonomischen Wert für die afrikanische Bevölkerung hat, wird sie auch ein Interesse an seiner Nutzung und langfristigen Erhaltung haben. Hat das Wild keinen ökonomischen Wert für die Bevölkerung, werden Rinder, Schafe und Ziegen es langfristig aus seinem Lebensraum verdrängen.
Für Sie, lieber Jäger, bedeutet dies, daß in Namibia nicht nur ein einzigartiges Jagderlebnis auf Sie wartet. Durch Ihren Besuch leisten Sie auch einen ganz wesentlichen Beitrag zur Erhaltung und Stabilisierung unserer artenreichen Fauna.
Die Erhaltung und Stabilisierung der Lebensgrundlage für unser Wild sind nur eines unserer Ziele. Es ist erwiesen, daß in Afrika Armut und Bevölkerungswachstum die größte Gefahr für die Natur darstellen. Verwüstung, Versteppung, Überweidung, Abholzung des natürlichen Baumbestandes, Verbuschung und Umweltverschmutzung sind nur einige der schwerwiegenden Folgen.
Naturschutz, der nur auf das Ziel der Artenerhaltung ausgerichtet oder lediglich ästhetisch motiviert ist, ist heute, angesichts der sozoökonomischen Realität, nicht mehr zeitgemäß. Vielmehr ist es angebracht, die gesamte biophysikalische Umgebung Miteinbeziehen, d.h. der ökonomische Wirkungsbereich des Wildes und natürliche Ressourcen müssen dahingehend entwickelt werden, daß sie zu einer Erhöhung des Lebensstandards der einheimischen afrikanischen Bevölkerung führen. Ziel ist es, natürlich regenerierbare Ressourcen nachhaltig zu nutzen und damit Arbeitsplätze, Unterkünfte und Ausbildungsmöglichkeiten zu schaffen, d.h. Förderung der ländlichen Entwicklung ohne Zerstörung der Umwelt.
Nicht nur Sie und wir, lieber Jäger, sollen das Vergnügen haben, die Jagd zu genießen, sie soll auch noch vielen Generationen nach uns erhalten bleiben. Wir sind deshalb darauf bedacht, unsere Jagdgebräuche auf einem hohen Niveau zu halten. Eine einwandfrei praktizierte Jagdethik nimmt auch jagdfeindlichen Gruppen den Wind aus den Segeln. Der Erfolg einer Jagd sollte an der Qualität des Waidwerkes und an der Art ihrer Durchführung gemessen werden. Jagdethik kann nur verbessert werden, wenn sich jeder Einzelne darum bemüht. Ich möchte Sie auffordern, in Namibia ein ganz bewußter Jäger zu sein, der vier wesentliche Punkte der namibischen Jagdethik beachtet:
- Das Prinzip der nachhaltigen Nutzung des Wildes.
- Die Jagd in unserer so vielfältigen Natur muß nach fairen Grundsätzen durchgeführt werden.
- Der Jäger hat ein Recht auf Freude an der Jagd.
- Die Jagd in unserem Land soll stets zum Nutzen der einheimischen Bevölkerung und unserer Umwelt sein.
Verständnis für diese für uns so wichtigen Punkte wird Ihren Jagdurlaub in Namibia erst zu einem wahren Erlebnis machen. Verständnis verbindet, gerade deshalb kehren wohl so viele vom berühmten "Afrikavirus" Befallene immer wieder in unser schönes Land zurück.
Die Gastfreundschaft unserer Bevölkerung erwartet Sie, ob Sie als treuer Freund oder neuer Gast in unser Land kommen. Bei uns können Sie noch preisgünstig auf Farmen, Wildfarmen oder in weiten Konzessionsgebieten jagen. Wir möchten, daß Sie gut informiert auf die Reise gehen, daß Sie sich bei uns wohlfühlen und daß sich auch Ihre jagdlichen Wünsche erfüllen.
WAIDMANNSHEIL UND WILLKOMMEN IN NAMIBIA!!
Allgemeines über die Trophäenjagd in Namibia
Die Trophäenjagd in Namibia hat eine relativ kurze Geschichte, seit Anfang der 60er Jahre kommen ausländische Jagdgäste ins Land. Das große Engagement deutschstämmiger Farmer und Jäger hat dazu geführt, daß Gesetzgebung und Jagdpraxis stark von deutschem Jagdrecht und deutscher Jagdethik geprägt wurden. Seit seiner Gründung bemüht sich der Namibia Berufsjagdverband (NAPHA), in enger Zusammenarbeit mit der Naturschutzverwaltung, klare Regelungen zum Schutz des Wildes und einer waidgerechten Jagd zu schaffen, diese anzupassen und weiterzuentwickeln. Der verstärkte Einstieg in die Wildforschung wird dazu beitragen, immer mehr Erkenntnisse über die einzelnen Wildarten zu gewinnen. Geht man ferner von der Tatsache aus, daß noch nicht einmal fünf Prozent des in Namibia genutzten Wildes von Trophäenjägern erlegt wird, und die Farmer ein ökonomisches Interesse daran haben, auf ihrem Land Bestände in bejagbaren Größen zu hegen, kann man von einer langfristig erfolgversprechenden Bejagung ausgehen.

Landwirtschaft und Jagdgebiete
Das Zentralplateau mit einer durchschnittlichen Höhe von über 1 500 m wird vorwiegend als extensives Weideland für die Viehzucht (Rinder, Karakulschafe, Ziegen, Pferde) genutzt. Die Farmen haben Größen ab 5 000 ha und sind meist durch einfache Drahtzäune in „Kamps“ von 200 bis 400 ha Größe unterteilt. Auf allen Weiden befinden sich offene Wasserstellen („Dämme“) oder von Wind- (Diesel-) motoren oder Solar betriebene Tränken, die auch dem Wild zugänglich sind und zu dessen „Standorttreue“ beigetragen haben. Fließende Gewässer gibt es nur für wenige Tage in der Regenzeit (Dezember bis April, manchmal auch schon im Oktober); ansonsten liegen die "Riviere" (Trockenflußläufe mit häufig hohem Grundwasserspiegel und üppiger Vegetation) trocken.
Die Vegetation besteht vorwiegend aus Dornbuschsavanne in einer oft von Gebirgszügen durchzogener Landschaft. Mitunder ist das Landschaftsbild allgemein auch hügelig oder bergig.
Da sowohl der Staat als auch die Privatunternehmer an einem florierenden Jagdtourismus interessiert sind, weil eine sorgfältige und nachhaltige Nutzung der Wildbestände die beste Schutzmaßnahme für das Wild und seinen Lebensraum darstellt, werden die Jagdmöglichkeiten laufend erweitert. Neue Gebiete werden für die Jagd erschlossen: Gäste können heute am Rande der Namib-Wüste in einer einmaligen Landschaft jagen. Im nördlichen Teil des Landes sind große Konzessionsgebiete für die Großwildjagd geöffnet, um beispielsweise die hervorragenden Elefantenbestände zu nutzen. Auch Jagden auf Löwe, Leopard und Büffel sind dort möglich. Der Staat fördert die Einrichtung von Jagdfarmen und privaten Naturreservaten indem überzähliges Wild aus den Nationalparks lebend gefangen und an Interessenten abgegeben wird.
Durch gezielte Zuchtprogramme ist es gelungen, eine ganze Reihe ehemals in Namibia heimische oder zusätzliche Tierarten wieder auf großer Fläche einzubürgern - durchweg mit gutem Erfolg. So findet auch der Jäger, der in der Vergangenheit bereits erfolgreich in Namibia gejagt hat, auf zahlreichen Wildfarmen heute weit mehr bejagbare Arten vor - und damit lohnende Trophäen in vertrauter Umgebung.
Gesetzliche Regelung der Trophäenjagd
Das Jagdgesetz Namibias wurde vor gut 25 Jahren im Kern seiner heutigen Form festgeschrieben und ist auch nach der Unabhängigkeit des Landes in seinen wesentlichen Bestimmungen gleich geblieben.
Das Gesetz regelt unter anderem die Unterkunft, wobei zwischen Jagd- und Gästefarmen unterschieden wird. Jagdfarmen sind landwirtschaftliche Betriebe, die im Voll- oder Nebenerwerb auch die Trophäenjagd betreiben und während dieser Zeit ihre Gäste beherbergen und verpflegen. Die vorgeschriebenen Mindesteinrichtungen werden heute selbstverständlich von allen Anbietern weit überboten.
Gästefarmen sind Beherbergungsbetriebe mit oder ohne Jagdmöglichkeit, die mindestens fünf Gästezimmer aufweisen müssen. Die Qualitätsstandards sind höher gesetzt. Wie die Safariunternehmen werden auch die Gästefarmen nach einem Sternesystem kategorisiert.
Dienstleistungen
Safariunternehmen, Gästefarmen und Jagdfarmen bieten, abgesehen von der Unterkunft, auch Dienste wie Transport, Spurenlesen, Jagdführung sowie Feldpräparation der Trophäen an. Jagdfarmen können für obengenannte Dienstleistungen und die Trophäen, aber auch für andere Dienste wie Waffenverleih, Hilfe bei der Waffeneinfuhr und Munition und Besorgen von Permits Bezahlung fordern.
Die Preise für Trophäen und Jagdaufenthalt sind gegenwärtig von staatlicher Seite nicht fest gelegt. Der Namibia Berufsjagdverband empfiehlt seinen Mitgliedern jedoch, sich an die regelmäßig angepaßten landesüblichen Preisspiegel zu halten.
Der Jäger muß sich vorher selbst vergewissern, welchen Preis er pro Tier bezahlen muß. Das Fleisch des Trophäentieres gehört dem Grundbesitzer.
Der Trophäenjäger muß auf jeden Fall für Tiere bezahlen, die eindeutig angeschossen und trotz intensiver Nachsuche nicht gefunden wurden. Der Preis für ein solches Tier darf nicht höher sein als der vorher für das Tier vereinbarte Preis.
Jagdführung vorgeschrieben
Laut Bestimmungen des Ministeriums für Umwelt und Tourismus muß ein Trophäenjäger immer von einem registrierten Berufsjäger oder Jagdführer begleitet werden. Beide, Jäger und Jagdführer, sind durch diese Verordnung gebunden, und das Ministerium für Umwelt und Tourismus wird sehr bestimmt gegen jegliches Vergehen auftreten. Es ist untersagt, einen Trophäenjäger allein auf einem Ansitz zu lassen, während der Jagdführer abwesend ist. Die Entschuldigung, daß ein solcher Jäger nur das Wild beobachtet, den Sonnenuntergang oder die Stille genießen will, wird nicht akzeptiert, es sei denn, eine solche Person wird ohne Schußwaffe angetroffen.
Das Permit (die Jagdlizenz) ist wichtig
Laut Verordnung darf niemand ohne Permit auf die Jagd gehen. Nur die auf dem Permit genannten Tiere dürfen bejagt werden.
Eine Exportgenehmigung wird nur für jene Trophäen erteilt, die laut Jagdpermit erlegt wurden. Die Jagdlizenz muß während der Jagd mitgeführt werden, und am Ende des Jagdtages müssen die Spalten auf der Rückseite der Lizenz ausgefüllt und unterschrieben werden. Nach Ablauf der Jagd soll der Jagdschein dem Jagdführer überreicht werden, der ihn daraufhin beim Permitbüro zur Beantragung der Exportgenehmigung von Trophäen einreichen muß.
Waffen und Munition
Das Jagen von Wild mit Pfeil und Bogen ist auf Farmen, die eine Lizenz für die Bogenjagd haben, unter der Führung eines Jagdführers mit Bogen-Jagdlizenz gestattet.
Bei der Jagd auf Steppenwild ("softskinned animals") dürfen keine Vollmantelgeschosse sondern nur Teilmantelgeschosse benutzt werden. Es darf nur eine Schußwaffe mit folgender (angegebener) Durchschlagskraft (Mündungsenergie) der Munition für folgende Tiere benutzt werden:
- Springbock und kleiner: 1370 Joule
- Alle anderen Wildarten wie z.B. Eland, Kudu, Gemsbock, Wildebeest, Zebra: 2700 Joule.
- Großwild: 5 400 Joule
Wichtig: Es dürfen keine Revolver, Pistolen oder automatischen Waffen bei der Jagd benutzt werden, auch nicht für den Fangschuß.
Auch die Einfuhr solcher Waffen ist seit 1991 verboten.
Begriffserklärung
Der Jäger muß wissen, was unter bestimmten Begriffen genau zu verstehen ist. Jagen bedeutet im Sinne der Verordnung „Töten von Wild mit jeglichen Mitteln; der Versuch, das Wild zu töten, es zu schießen oder der Versuch zu schießen; das Verfolgen, Aufspüren, Auflauern oder Treiben mit der Absicht, das Wild zu töten, es zu schießen oder es vorsätzlich zu stören“.
Unter einer Trophäe versteht man „Felle, bzw. Häute, Panzer, Pfoten, Hufe oder Klauen und Köpfe bzw. einen Teil davon, von Wild oder wildlebenden Tieren; jedoch umfaßt die Begriffsbestimmung diese nicht, wenn sie infolge eines Verarbeitungsverfahrens ihren ursprünglichen Charakter verloren haben“.
Wildfleisch ist „das frische, gesalzene, geräucherte, getrocknete oder im Räucher- oder Trocknungsprozeß befindliche Fleisch von Wild, mit den am Fleisch befindlichen Knochen. Es umfaßt auch den ganzen Tierkörper eines getöteten Stücks Wild“.
Trophäenbewertung und Qualitätskontrolle.
Nach reiflicher Überlegung und auf Empfehlung des Berufsjagdverbandes wurde ab März 1983 eine staatlich kontrollierte Vermessungsformel in Zentimeterpunkten für Namibia eingeführt. Diese Formel ermöglicht eine einheitliche Qualitätskontrolle, die auch gleichzeitig die Erstellung von Jahresstatistiken erleichtert. Es muß jedoch gleich darauf hingewiesen werden, daß diese Vermessungsformel nicht in Konkurrenz zu den weltweit bekannten Formeln stehen soll, da sie nur interne Verwendung findet. Der Einfachheit halber ist die namibische Formel der S.C.I. (Safari-Club International, USA) Formel sehr ähnlich.
Bei Spiralgehörnen (Kudu und Eland) wird jede Stange jeweils um die Wendung gemessen, beide Längen zusammengezählt. Dazu werden die Umfänge der beiden Basen addiert, die Summe der Maße ergibt die Zentimeter-Punktzahl.
Die anderen häufigen namibischen Antilopen (Oryx, Springbock, Hartebeest, Ducker, Steinbock) werden von der Basis in der Mitte des Horns zur Spitze hin vermessen. Es gilt jeweils die Summe der zwei Stangen und der Umfang der beiden Basen. Die Basis wird in allen Fällen an der dicksten Stelle gemessen. Die Abmessung der Längen nimmt in keinem Falle Rücksicht auf Einbuchtungen im Horn, solche werden glatt übermessen.
Beim Warzenschwein werden nur der Umfang und die Länge des größten Hauers gewertet. Jeder Jagdführer oder Berufsjäger hat eine Kontrolliste über andere Vermessungen, wie z.B. Gnu oder ähnliches, vorliegen.
Sinn der Trophäenkontrolle ist es, zu verhindern, daß den Gästen minderwertige Trophäen, vor allem von zu jungen Tieren, angeboten werden. Unterschreitung der vom Staat vorgeschriebenen Mindestlängen kann nur durch Überalterung des erlegten Tieres entschuldigt werden. Das gesamte Vermessungssystem wurde zum Schutz des Jagdgastes eingeführt, d.h. der Gast kann sich z.B. weigern, eine zu kleine (junge) Trophäe zu vergüten. Mutwillig falsche Angaben seitens des Jagdführers oder Berufsjägers bei der Eintragung der Trophäenlängen auf das Jagdpermit werden geahndet, bis hin zum Lizenzentzug.
Die Minimumpunkte für die Trophäen (die nach einer Probezeit in der Zukunft eventuell noch erhöht werden können) sind in einer offiziellen Liste aufgeführt, die dem Gast hierzulande vorliegt. Abgesehen vom System der namibischen Qualitätskontrollen, die ähnlich der S.C.I. Vermessung direkt nach Erlegung vorgenommen werden kann, kann der Gast eine Trophäe nach der vorgeschriebenen Trocknungszeit von offiziellen Vermessern für z.B. Rowland Ward messen und eintragen lassen.

Wildfarmen
Wohl jeder Naturfreund nimmt den drastischen Rückgang der Wildbestände in Afrika mit Besorgnis zur Kenntnis. In dem von sozialen und wirtschaftlichen Problemen geplagten Kontinent ist Naturschutz ein Thema untergeordneter Bedeutung.
In den letzten Jahren hat sich das Umweltbewußtsein grundlegend geändert, und viele Farmen haben Gebiete für Wild geschaffen, in denen es Zuflucht und Sicherheit finden kann. Da die traditionellen Wildgebiete durch den Bevölkerungsdruck immer mehr bedrängt werden, wurde dadurch eine echte Alternative geschaffen.
Man darf die afrikanischen Wildfarmen nicht mit der Gatterwirtschaft in anderen Teilen der Welt verwechseln, da die Dimensionen nicht zu vergleichen sind. In Namibia darf die reguläre Trophäenjagd nur in Gebieten größer als 10 km² ausgeübt werden, was die Größe der meisten europäischen Jagdgebiete bei weitem übersteigt. Selbst Reviere von 100 km² sind keine Seltenheit.
Wildarten, die heute nur in bestimmten Gegenden oder Nationalparks vorkommen, werden in neuen Gebieten angesiedelt, sodaß die Bestände besser vor den Auswirkungen der Dürre, Seuchen und Wilderern geschützt sind. Seltene Wildarten, wie Rappen- und Pferdeantilopen, Schwarznasenimpala, Tsessebe und Nashorn, nehmen durch private Hegemaßnahmen zu. Südafrikanische Bleßböcke und Weißschwanzgnus sind hier mit Erfolg ausgesetzt worden.
Wenn das Wild auf diesen Farmen sein natürliches Habitat findet und fair bejagt wird, dann überwiegen die positiven Seiten die Nachteile eines Wildzaunes aus. Da die Trophäentiere oft nur fünf Prozent der Population ausmachen, wird durch die Jagd auf alte reife Trophäen der Bestand gefördert.
Wenn Sie auf gut geführten Farmen jagen, leisten Sie einen Beitrag zur Erhaltung und Förderung des Wildbestandes, unseres wertvollen Erbes.
Medaillen für Jagdtrophäen aus Namibia
Angeregt durch eine Vielzahl interessierter Gastjäger und bestärkt durch verschiedene damit zusammenhängende Überlegungen, festigte sich zunehmend der Gedanke, das Erlegen reifer, kapitaler Trophäen in gebührender Weise anzuerkennen. Aber auch echte Abnormitäten und überalterte Stücke fallen unter waidgerechte, hegebewußte Jagd.
Medaillen sind nur dann sinnvoll, seriös und erstrebenswert, wenn sie international bedeutungsvoll und anerkannt sind. Deshalb wurden dem Medaillensystem die international bekannten und anerkannten S.C.I. (Safari-Club International) Maße zugrunde gelegt (mit Ausnahme von Oryx und Warzenschwein).

Eine Trophäe, die dieses Punktmaß erreicht (siehe Tabelle), verdient eine Silbermedaille.
Trophäen, die bis zu fünf Prozent unter dem SCI Wert liegen können eine Bronzemedaille erhalten. Trophäen, die fünf Prozent oder mehr über dem SCI - Wert liegen, qualifizieren für eine Goldmedaille.
Nun gibt es aber auch besonders anerkennenswerte Abschüsse, die kaum in die Medaillenkategorie fallen werden. Dazu zählen abnormale und überalterte (kurze, stumpfe) Trophäen. Für solche Trophäen kann der Jäger eine Hegemedaille beantragen.
Um auch diejenigen Jäger, die während der vergangenen Jahre Anstoß zu diesem Medaillensystem gegeben haben, an dieser erfreulichen Entwicklung teilhaben zu lassen, werden die Anerkennungen auch rückwirkend verliehen. Durch die sorgfältig geführten Schußbücher und Jahresberichte können die meisten bisher erlegten außergewöhnlichen Trophäen erfaßt und prämiert werden.
Die Medaillen (und Zertifikate) werden nicht durch den einzelnen Jagdführer/Berufsjäger vertrieben, sondern durch den Namibia Berufsjagd-verband, Sekretariat, Postfach 11291, Email: info@napha.com.na, Windhoek, Namibia. Der individuelle Jagdführer/Berufsjäger ist allerdings verantwortlich dafür, daß die entsprechenden Formalitäten erledigt werden, so daß der Jäger seinen Antrag auf die Medaille(n) einreichen kann.
Mindestmaße für eine Medaillenvergabe:
Mindestmaße für NAPHA-Medaillen |
Namibias Qualitätskontrolle-
Mindestmaße wie von NAPHA
akzeptiert |
|
Wildarten
|
Bronze
|
Silber
|
Gold
|
Wildbahn-
Medaille |
Gesamtpunktzahl
|
| Weißschwanzgnu |
174 |
183 |
192 |
192 |
165 |
| Blessbock |
94 |
99 |
104 |
104 |
89 |
| Streifengnu |
169 |
178 |
187 |
187 |
160 |
| Büffel |
241 |
254 |
267 |
267 |
229 |
| Karakal |
18 |
19 |
20 |
20 |
17 |
| Gepard |
29 |
31 |
33 |
33 |
27 |
| Krokodil |
329 |
366 |
403 |
403 |
293 |
| Dikdik (Damara) |
17 |
18 |
19 |
19 |
16 |
| Kronenducker |
27 |
28 |
29 |
29 |
25 |
| Elenantilope (Kap) |
185 |
196 |
206 |
206 |
176 |
| Elenantilope (Livingstone) |
191 |
201 |
211 |
211 |
181 |
| Elefant (**) |
95 |
100 |
105 |
105 |
90 |
| Flusspferd |
121 |
127 |
133 |
133 |
114 |
| Hyäne (Braune) |
29 |
31 |
33 |
33 |
27 |
| Hyäne (Tüpfel) |
36 |
38 |
40 |
40 |
34 |
| Impala |
130 |
137 |
144 |
144 |
123 |
| Impala (Schwarznasen-) |
121 |
127 |
133 |
133 |
114 |
| Klippspringer |
27 |
28 |
29 |
29 |
25 |
| Kudu (Großer) |
292 |
309 |
322 |
322 |
276 |
| Lechwe |
140 |
147 |
154 |
154 |
132 |
| Leopard |
34 |
36 |
38 |
38 |
32 |
| Löwe |
55 |
58 |
61 |
61 |
52 |
| Oryx (Namibischer) |
188 |
198 |
208 |
208 |
178 |
| Kuhantilope |
149 |
157 |
165 |
165 |
141 |
| Riedbock |
50 |
53 |
56 |
56 |
48 |
| Nashorn (Spitzmaul) |
135 |
142 |
149 |
149 |
128 |
| Nashorn (Breitmaul) |
169 |
178 |
187 |
187 |
160 |
| Pferdeantilope |
160 |
168 |
176 |
176 |
151 |
| Rappenantilope |
241 |
254 |
267 |
267 |
229 |
| Sitatunga |
144 |
152 |
160 |
160 |
137 |
| Springbock |
92 |
97 |
102 |
102 |
87 |
| Steinböckchen |
27 |
28 |
29 |
29 |
25 |
| Mondantilope |
97 |
102 |
107 |
107 |
92 |
| Warzenschwein (*) |
34 |
36 |
38 |
38 |
30 |
| Wasserbock |
169 |
178 |
187 |
187 |
160 |
Alle obigen Maße in Zentimeter (cm). |
* = Länge und Umfang nur des längsten Zahnes. |
** = kombiniertes Gewicht beider Stoßzähne in britischen Pfund (lbs) |
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